Tunnelerosion

Was ist das?Erosionstunnel im Unterboden

Tunnelerosion ist ein Sonderfall der Erosion. Sie wirkt nicht an der Bodenoberfläche, sondern unterirdisch; lockeres Bodenmaterial wird so stark ausgespült, dass sich ein Tunnel im Boden bildet.

 

Im Laufe der Zeit wird die Bodendecke über dem Tunnel immer dünner und kann einbrechen. Dann entsteht ein sog. Sinkloch, das eine Tiefe von einem Meter und nach einiger Zeit auch einen Durchmesser von drei Metern erreichen kann.

Einbrechendes Sinkloch    Offenes Sinkloch

Häufig liegen mehrere Sinklöcher auf einem Hang. Wenn sie weiter wachsen, weil der unterirdische Bodenverlust fortschreitet, verbinden sie sich und bilden dann einen tiefen Graben oder sogar ein Grabensystem mit Verzweigungen. Dadurch sind manche Wiesen und Felder löchrig wie ein Käse und nur noch eingeschränkt landwirtschaftlich nutzbar.

Grabenbildung durch TunnelerosionBesonders in Landschaften mit flachen Berghängen, wo das Wasser nach Regenfällen in den Mulden schnell zusammen fließt, besteht Tunnelerosionsgefahr. Vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn die Pflanzen eine Ruhepause einlegen und wenig Wasser benötigen, kann reichlich vorhandenes Bodenwasser Hohlräume ausspülen, die irgendwann zusammenbrechen und somit ein neues Sinkloch bilden.

 

Schäden und Risiken

Stoffaustrag aus TunnelsystemAusgerechnet die fruchtbaren Lössböden sind besonders anfällig für die Tunnelerosion, da sich das feinkörnige Material schnell wegspülen lässt. Der Verlust von Boden kann auf 15 Tonnen pro Hektar im Jahr steigern. Dies liegt in der Größenordnung der Oberflächenerosion und ist ein Vielfaches des Bodenmaterials, das durch Verwitterung im Untergrund neu gebildet wird. So geht Boden verloren, aber auch wertvolle Nährstoffe werden weggespült. Daher sinkt die Nutzungseignung nicht nur aufgrund der immer schlechteren Wegsamkeit und Bearbeitbarkeit der Flächen, sondern auch wegen abnehmender Fruchtbarkeit.


Aber auch direkte Schäden an der Feldfrucht sind möglich, da die Sinklöcher und eingestürzten Tunnelsysteme die Vegetation stellenweise zerstören.
Im Extremfall sind sogar Gebäude und Straßen gefährdet.
Auch die Nutzung als Viehweide wird durch die fortschreitende Tunnelerosion immer weiter eingeschränkt, da die Sinklöcher in der Grassnarbe die verfügbare Futtermenge deutlich herabsetzen und die Einsturzgefahr für das Weidevieh hoch ist. Somit wird die Nutzbarkeit für eine rentable Landwirtschaft so weit zurückgesetzt, dass die von der Tunnelerosion betroffenen Flächen oft brach liegen und dann als „Badlands“ bezeichnet werden können.
Neben den direkten Schäden auf den betroffenen Flächen kommt es auch zu Schäden in den nachgeordneten Ökosystemen, etwa in Fließgewässern und Seen.
Weil das Bodenwasser nicht langsam versickert, sondern in den Tunnels schnell abfließt, werden bei der Bodenpassage auch keine Schad- und Nährstoffe zurück gehalten. Stattdessen erreicht es ungefiltert Gräben, Bäche und andere Gewässer. So gelangen etwa kurz zuvor ausgebrachte Gülle oder mineralische Düngemittel unmittelbar in die Gewässer und können die Wasserqualität beeinträchtigen.

 

Lösungswege

Das Zuschütten der Sinklöcher ist nur eine kurzfristige Mit Bauschutt verfülltes SinklochLösung, weil sich wenig später neue Löcher an anderer Stelle bilden.
Unser Ingenieurbüro hat umfangreiche Erfahrung mit bodenhydrologischen Fragestellungen und insbesondere mit dem Phänomen Tunnelerosion. Bei der Problemlösung helfen wir Ihnen gern mit einer Risikoabschätzung und mit Empfehlungen für Nutzung und Gegenmaßnahmen.